Wording

Die richtige Wortwahl ist für Usability entscheidend. DIESE (Wort)wahl ist lesenswert: da wird statt „suchen“ das Wort „konsultieren“ verwendet, mit dem Effekt, dass man keine Ahnung hat, was gemeint ist.:

blogkonsultieren.jpg

gefunden auf: http://www.gofeminin.de/blog/

Das POSITIVE Beispiel zum Thema Wording dazu gibts gleich darüber: Hier wird nämlich das Wort „Blog“ erklärt, indem es mit einem Tagebuch verglichen wird.

wordingblog.jpg

Mir ist bei Usability Tests auch aufgefallen, dass viele User den Begriff noch garnicht kennen..

Eingabefelder für Kreditkarten-Information

Da musste ich sogar lachen: sms.at: Du setzt den Cursor in das erste Feld für die Kreditkartennummer, schaust auf die Kreditkarte, tippst alle Zahlen ab, dann schaust du auf den Bildschirm – um festzustellen, dass nur 4 Zahlen im ersten Eingabefeld gelandet sind und du (beinahe) wieder von vorne anfangen kanns.
Tipp: Ein einziges, längeres Feld wäre komfortabler.
kreditkarteeingebenbeismsat1.gif

Fahrplanauskunft…

Da wollte ich kürzlich schnell nachsehen, wann der Bus fährt:
Auf der Website der „Wiener Linien“ (Betreiber der öffentlichen Verkehrsmittel in Wien) gibt es eine Fahrplanauskunft.

fahrplanauskunft usability

Ich tippsel also schnell „Vienna International Center“ ein und „Kapellenweg“ und bin recht erstaunt, dass mir die Site eine Verbindung von „Unterhautzental“ nach „Kapellen“ vorschlägt:
wiener linien usability Fahrplanauskunft

War in der Eile dann auch gar nicht so leicht draufzukommen, was da passiert.
Es liegt einfach nur an den Eingabefeldern:
Da ich auf einer Seite der „Wiener Linien“ war, habe ich natürlich nicht erwartet, dass ich als Ort „Wien“ eingeben muss. Habe statt dessen gleich die Haltestelle in das erste Feld eingetippt. Die Felder sind zusätzlich auch noch sehr unglücklich beschriftet und angeordnet. „Stadt/Gemeinde“ wirkt eher wie eine Überschrift als wie eine Feldbeschriftung, und die Radiobuttons darunter (Haltestelle …) wirken auch nicht wie eine Feldbeschriftung sondern schweben recht zusammenhanglos im Raum.
Ich wette, wenn man da einen Usability Test macht, machen 90% der Testpersonen denselben Fehler wie ich. Die Lösung wäre ganz einfach: wenn schon ein „Stadt“-Feld, dann sollte es vorausgefüllt sein und die Felder mit eindeutiger Beschriftung direkt vor dem Feld.

Xing Usability

Bei Xing hat man vordergründig den Eindruck, dass man sich dort um Usability bemüht, weil die Screens recht aufgeräumt wirken.
Ich glaube aber trotzdem, dass da einiges an Problemen zutage kommen würde, wenn man einen Usability Test machen würde. Ich benutze es recht oft und stolpere trotzdem dauernd über verschiedenste Usability-Hürden. So z.B. heute beim Versuch, jemanden einzuladen:
Der Einladungsscreen wurde vor kurzem geändert. Ich möchte natürlich einen persönlichen Einladungstext mitsenden, das war aber gar nicht so leicht zu finden:
xingeinladungsscreen.jpg
Einmal hab ich versehentlich auf den Reiter „persönlicher Einladungslink“ geklickt, da waren dann meine ganzen Eingabem im Formular weg.
Dann hab ich erstmal eine unpersönliche Einladung verschickt und mich per Email für die unpersönliche Einladung entschuldigt. Dann hab ich gesehen, dass man auf den Link unten klicken muss. Finde ich ungeeignet, weil ein Link impliziert, dass eine andere Seite geöffnet wird und ich mich da schon wieder fragen muss, ob meine Formulareingaben dann weg sind.

Amazon Usability

Vorgestern wurde ich im Rahmen einer Vorlesung an der Donauuni gefragt, wie das sein kann, dass eine Site wie Amazon, die riesig ist und finanziell von ihrer Usability abhängig ist, Usability Fehler aufweist, – die jeder kennt und die sich seit Jahren nicht geändert haben.
Ich habe das Beispiel des Login-Screens gezeigt, der mehrere Probleme aufweist und über den User immer wieder stolpern:

amazoneinloggen.jpg

(Usability Probleme: Anordnung der Felder entspricht nicht dem User-Workflow und nicht Internetkonventionen, Wording ist mal in Ich-Form mal in Sie-Form etc.) – das ist mein Gegenvorschlag:
amazonloginvorschlagkl.jpg

Also ich hab da nicht wirklich eine Antwort. Am World Usability Day muss ich sagen, dass es noch immer tausend Gründe gibt, warum Usability NICHT gemacht wird. Warum das jetzt gerade bei Amazon so ist weiß ich nicht.

Warum Websites, die Preise gewinnen schrecklich sind

Ein Artikel aus dem Vorjahr aber trotzdem genial:

Why award-winning websites are so awful:

50 Web-Manager in Dänemark wurden befragt, was für sie die wichtigsten Themen sind. Die waren:

  • Verkauf erhöhen
  • Kundenzentrierung
  • Usability
  • erfolgreiche Abschlüsse
  • besseres Service für den Kunden

Am wenigsten interessant waren:

  • Kreditkartenbetrug
  • mehr Flash
  • Award-winning website
  • Wow Faktor
  • Mehr Animation

„Die Dänen verstehen, dass Websites für den Kunden gemacht werden müssen und nicht für das Unternehmen und sicher nicht für das Web Team. Das gefährlichste für Web Profis ist anzunehmen, dass das, was für SIE wichtig ist automatisch auch FÜR DEN KUNDEN wichtig ist.“

Das Web ist ein funktionaler, praktischer Platz. Gute Websites bringen ihre Besucher dazu, Aktionen zu setzen. Sie verwendet klare, aussagekräftige Sprache statt cleveres aber sinnloses Wording.

David Ogilvy: „When Aeschines spoke, they said, ‚How well he speaks.‘ But when Demosthenes spoke, they said, ‚Let us march against Philip.‘ I’m with Demosthenes.“

„Glänzende Oberflächen gewinnen Preise. Wirklicher Inhalt gewinnt Kunden.“

Produktbezeichnungen, Tarifrechner

Weil mit Ebay recht mühsam, habe ich den Tarifrechner der Post genutzt, um herauszufinden, was das Verschicken eines Packerls kostet und war damit ziemlich zufrieden. Die Navigation zum Start des Rechners müsste man offensichtlicher machen aber ansonsten ist er schnell und einfach würde ich nach einem groben Überblick mal sagen. Wo ich allerdings gestolpert bin das war die alte Frage danach, ob man etwas als „Brief“ oder als „Paket“ versenden soll.

Vorhin haben wir uns grade darüber unterhalten, dass Automaten (z.B. Fahrkartenautomaten) oder Websites Produktnamen anzeigen, ohne Erklärung dazu, weil im Unternehmen der Name so etabliert ist, dass man dort gar nicht daran denkt, dass Mann/Frau von der Straße (wie sagt man dazu im Internet ;-)) den Begriff eben NICHT kennt oder zumindest nicht weiß, was man sich darunter erwarten kann.

Jetzt, wo ich so drüber nachdenke, gehe ich nochmal zu dem Tarifrechner und sehe (erst jetzt), dass es eine Info dazu gibt. Die ist allerdings wenig aussagekräftig. Bei „Brief“ ein Epilog über die Vorteile des Briefes im Vergleich zu Email und bei „Paket“ eine umfangreiche Abhandlung über die Typen von Paketen. Jetzt weiß ich es noch immer nicht.

posttarifrechner.jpg